Hier möchte ich noch eine Geschichte zum Besten geben, die uns mit einem Handwerker, während, und auch noch nach der Fertigstellung unseres Hauses, wirklich passiert ist:

Als Erstes möchte ich noch anmerken, dass wir unser Haus bis auf die Außenanlagen und den Kleinkram im Innenbereich (Tapezieren und Teppich verlegen), schlüsselfertig gekauft haben. So wurde dann von unserem Bauunternehmer ein Handwerker beauftragt, der die Fenster, Türen, Innentüren, und den von und gewünschten Laminatfußboden im Wohnzimmer erstellen sollte.

Unser Bauunternehmer wählte einen Tischler-Meisterbetrieb aus Uelzen, mit dem er schon oft zusammen gearbeitet hat. Da unser Haus einen dunkelroten Klinkerstein hat und ein Giebel und die Traufekästen mit grünem Holz verkleidet sind, lag es nahe, das wir gerne grüne Sprossenfenster haben wollten. Farbliche Kunststoff-Fenster sind heutzutage eigentlich kein Problem mehr. Unsere Fenster sollten aber nach innen weiß sein. Auch so etwas ist ohne Probleme möglich, versicherte uns unser Bauunternehmer. Als die Handwerker dann die Fenster eingebaut hatten, sah das Haus schon richtig gut aus. Die Haustür war leider noch nicht da, aber das machte uns keine Sorgen. Als ich mir dann die Fenster näher betrachtet, fiel mir auf, dass die Fugen rund um die Fenster ziemlich tief waren. Diese Fugen werden fast nur noch mit einem Kunststoffvlies gefüllt, welches mit einer wasserabweisenden Flüssigkeit getränkt ist. Die Fuge soll nach einlegen des Vlieses höchstens 1-2 cm tief sein. Unsere Fugen waren mindestens 5 cm tief und teilweise war das Vlies nicht geschlossen, so dass man durch die Fuge am Fensterrahmen vorbei ins Haus sehen konnte. Diese Fensterfugen waren nicht dicht. Wasser, Wind und Ungeziefer konnte problemlos ins Haus eindringen. Nach kurzer Rücksprache mit dem Bauunternehmer wurde beschlossen, die Fugen mit Silikonmasse zu versiegeln. Das ist dicht !!! Am nächsten Tag kann ein Mitarbeiter des Tischlerunternehmens und fing an das erste Fenster zu versiegeln. Jeder, der einmal versucht hat eine Silikon“wurst“ schön glatt zu ziehen, damit es gut aussieht, weiß, wie schwierig so etwas ist. Von einem Mitarbeiter eines renommierten Fensterbau-Unternehmens, sollte man aber erwarten können, dass er so etwas im Schlaf kann. Pustekuchen ! Dieser Mitarbeiter spritze die Fugen randvoll mit Silikon und versuchte dann mit einem trockenen Pinsel, der seine besten Tage schon hinter sich hatte, die Fugen glatt zustreichen. Dabei verteilte er mehr Silikon auf dem Fensterrahmen und dem Mauerwerk, als er vorher in die Fuge „gepumpt“ hatte. Es sah fürchterlich aus. Bevor er sich an das nächste Fenster machen konnte, warfen wir ihn von der Baustelle. Was nun ? Schnelle Rücksprache mit unserem Bauunternehmer. Ich muss hier jetzt kurz anmerken, dass eine Woche vorher unser Bad fertiggestellt worden war. Dort hat ein professioneller Verfuger alle Silikonarbeiten durchgeführt und es ist absolut TOP geworden. Also beschlossen wir, das der gleiche Verfuger auch die Fenster abdichten soll. Da dieser ja ein Profi ist, fragte er an, ob er die Fugen mit Quarz besanden soll. Die Fugen würden dann wie gemauert aussehen. Ich war natürlich sofort einverstanden. Aber ich war ja im rechtlichen Sinne nicht sein Auftraggeber, sondern der Tischlermeister. Dieser offenbarte mir, dass ich das Besanden alleine bezahlen müsste. Als ich wissen wollte, was das denn koste, verging etwa eine Woche. Nach dieser Woche kam dann der Anruf des Tischlers:“ Das kostet 168 Mark für alle Fenster und Türen !“ Das Geld hatte ich dann gerade noch über. So ging der Fuger ans Werk und hat ein brillantes Ergebnis abgeliefert.

So, nun hatten wir Fenster mit super Fugen, außen grün, innen weiß, mit einer längs und einer Quersprosse. Sah schon alles ganz gut aus. Da war dann noch die Eingangstür. Wir hatten eine Tür ausgewählt, die in der oberen hälfte eine Rauchglasscheibe haben sollte und unten eine Kunststoffplatte. Natürlich auch außen grün, innen weiß. Die Tür war ja nun auch eingebaut, aber da wo unten eine grüne Platte sein sollte, strahlte helles weiß. Wir dachten: “Die Platte kommt bestimmt bald !“ Als wir unseren Bauunternehmer nach zwei Wochen darauf ansprachen, wollte er sich darum kümmern. Kurz darauf erhielten wir die Information, dass der Fensterbauertischlermeister eine so große Platte nicht einfärben könne und das die Platte weiß bleibe. Jetzt alle festhalten für Ausraster !!!. Das kann ja nicht wahr sein. Na gut haben wir gesagt. Dann kommt da unten auch eine Scheibe rein, solange es nicht unser Geld kostet. Gesagt getan. Am nächsten Tag kam dann ein TischlermeisterFensterbauMitarbeiter und setzte eine Scheibe in den unteren Teil der Tür ein. Scheibe ? JA, Scheibe !!! Ganz normales, durchsichtiges Glas. Es hat etwas gedauert, den Tischlermeister zu überzeugen, dass es doch besser aussehen würde, wenn oben und unten das gleiche Glas drin ist. Allein schon wegen des Durchblicks und der Einbrecher. Wir haben dann noch unsere Rauchglasscheibe bekommen. Die Tür war nun drin und sah auch gut aus aber das Schloss war kaputt. Es gestaltet sich recht schwierig auf und abzuschließen ohne den Schlüssel fast abzubrechen. Also, neues Schloss rein. Und jetzt schliff die Tür am Boden und schloss nicht mehr richtig. Nach einigen versuchen hat dann doch noch alles hingehauen. Na ja, ist halt nur eine FensterbauerTischlermeisterFirma.

Aber keine Angst, es geht noch weiter. Innen sollten ja noch die Zimmertüren eingebaut werden und das Laminat im Wohnzimmer verlegt werden.

Als ich eines Abends ins Haus kam, stellte ich hocherfreut fest, dass die Zimmertüren eingebaut waren. Bei näherer Betrachtung musste ich feststellen, dass zwischen Türrahmen und Wand ca. 1 cm Luft war. Ich dachte mir, die sind bestimmt nicht fertig geworden. Als nach drei Tagen die Türen aber immer noch so aussahen, informierte ich meinen Bauunternehmer. Als dieser den Tischlermeister um Aufklärung bat, meinte dieser, dass die Putzerkolonne gepfuscht hätte und die Wände schief verputzt seien. Das Eigenartige war aber, dass die Fugen zwischen Rahmen und Wand durchgehend 1 cm betrug. Außerdem war es bei allen Türen so. Also waren die Wände gerade und die Rahmen falsch eingebaut. Nach einigem Hin und Her mit dem Tischlermeister gab er dann zu, dass die Rahmen breiter als die Wände waren und daher diese Fugen zu sehen seien. Ich wies ihn darauf hin, dass er doch die Rahmen an den Stellen, wo sie zusammengesteckt werden durch hobeln, sägen oder sonstiges verkürzen könnte. Da er ja der Tischlermeister ist, hätte er ja wohl das Know How und die Mittel dazu. Er wollte sich aber auf nichts einlassen und versuchte sich immer wieder herauszureden. So entschieden mein Bauunternehmer und ich kurzerhand, den schon erprobten Silikonfuger einzuschalten. Da dieser wie gesagt ein Profi ist, war es für ihn kein Problem die Farbe des Silikons exakt auf die Türrahmen abzustimmen und die Fugen „unsichtbar“ zuzuspritzen. Die Rechnung für den Fuger erhielt postwendend der Tischlermeister. So waren schon einmal die Fugen verschwunden. Im Wohnzimmer sollte eine Tür mit einem Fenster eingebaut werden. Diese Glasscheibe in dieser Tür war so dünn, dass man es eigentlich schon nicht mehr als Glas bezeichnen konnte. Außerdem war es ganz normales durchsichtiges Glas und wir hatten ein Ornamentglas bestellt. Da diese Scheibe so dünn war, passte sie natürlich auch nicht in den vorgegebenen Rahmen in der Tür. Bei jeder Türbewegung wackelte die Scheibe ½ cm hin und her. Es war ein Wunder, dass sie nicht zu Bruch ging. Als wir den noch anwesenden TischlermeisterFensterbauerMitarbeiter fragten, was das solle, hieß es, das bleibt so. Weil es uns jetzt langsam reichte, fuhren wir schnellstmöglich nach Uelzen zu dem TischlermeisterFensterbauermeister. Dieser tat ganz verwundert und wollte die Scheibe schönreden. Wir ließen uns auf nichts ein und wie durch ein Wunder war am nächsten Tag eine ordentliche Ornamentglasscheibe eingebaut. Na ja, es ist halt nur ein TischlermeisterFensterbauerUnternehmen !!!

Kommen wir jetzt zum Hammer. Unser Laminatfußboden im Wohnzimmer. Wer es nicht weiß, Laminat ist ein Fußbodenbelag aus Pressholz, der mit einem Furnier beschichtet ist. Es besteht aus rechteckigen Platten die mittels Nut und Feder zusammengeleimt werden. Wenn es fertig ist, sieht es aus wie Parkett, nur, dass es kein richtiges Holz ist. Laminat wird schwimmend (lose liegend) auf den Estrich aufgelegt. Da das Material wie gesagt aus Pressholz besteht, muss der Estrich eine bestimmte Trockenheit aufweisen, damit das Material nicht aufquillt. Unser Estrich wurde am 24.12.1998 gegossen (ja, Heiligabend). Jetzt gibt es Tabellen die sehr einheitlich sagen, dass der Estrich 50 – 60 Tage trocknen muss, bevor man Laminat verlegen darf. Es gibt außerdem auch noch Messgeräte, die genau die Feuchtigkeit des Bodens bestimmen können.

Mitte Februar 1999 kam ich eines Abends zu der Baustelle und sah, dass das halbe Wohnzimmer mit Laminat ausgelegt war. Da es sich ja um einen Tischlermeisterbetrieb handelte, ging ich davon aus, dass alles in Ordnung wäre. Als ich den Mitarbeiter fragte, ob denn die Feuchtigkeit des Estrichs überprüft worden wäre, bejahte er dieses. Als der Boden dann fertig war, sah es richtig toll aus. Hier und da knarrte er etwas aber das sei normal und gebe sich, wenn das Laminat sich gesetzt hätte. Am nächsten Tage wurden dann die Fußleisten montiert. Als ich mir abends das Ergebnis anschaute, dachte ich, ich spinne. An manchen Stellen waren die Leisten so fest angeschraubt worden, dass sie an anderen Stellen zwischen Leiste und Wand ½ cm Luft gaben. Rundherum alles voll Fugen. Der Tischlermeister gab die Schuld mal wieder den Putzern. Nun ja, wieso sollten wir jetzt auf einmal das Thema Fugen anders behandeln als vorher ? Kurzerhand wurde der Silikonfuger informiert und er dichtet die Fußleisten ab. So langsam hatte ich das Gefühl, mein Haus besteht nur noch aus Kautschuckmischung.

Ende März 1999 bezogen wir dann unser Domizil. Nach ungefähr zwei Wochen wollte ich morgens in das Wohnzimmer. Eigenartigerweise ließ sich die Tür nicht öffnen. Nach etwas Gegendrücken gab sie dann doch mit einem schleifenden Geräusch nach. Das Laminat kam hoch. Es fing an sich zu werfen und Beulen bildeten sich überall. Das passiert, wenn der Estrich seine Feuchtigkeit an das Pressholz abgibt und das Holz aufquillt. Die Platten werden dann immer größer und wenn das Laminat an den Seiten an die Wände stößt, geht es überall in der Mitte in die Höhe. Nach einer Woche waren die Beulen so groß, dass die Blumenhocker umkippten, wenn man daran vorbeiging. Es war schon fast Trampolinspringen möglich. Das ist nicht übertrieben. Die größte Erhebung betrug etwa 5 cm. In solch einem Fall sagt einem jeder Tischler:“ Sie müssen rundherum alle Ränder 2cm abschneiden!“ Das machte der Tischlermeister dann auch. Aber leider waren die Fußleisten ja mit Silikon Versiegelt: Beim Abnehmen wurden daher erst mal unsere Tapeten beschädigt. Alle Möbel mussten in die Mitte des Raumes und ging erst mal wieder die Sauerei los. Da denkt man, man hat alles sauber und ordentlich und dann so was. Mehrmals musste dann im Anschluss an diese Aktion noch hier und da nachgeschnitten werden. Man bat uns dann erst mal noch das Ende der Heizperiode abzuwarten. Im Sommer waren dann immer noch Beulen vorhanden. Wir bestanden jetzt auf komplette Erneuerung des Laminats. Der Tischlermeister erklärte sich zähneknirschend einverstanden. Also dann, alle Schränke ausräumen, alles leerräumen. Der Tischlermeister wollte mir ein Umzugskommando schicken, um die Schränke herauszutragen. Es kam dann ein junger Geselle und ein Azubi, die eigentlich das neue Laminat reinlegen wollten. Die Beiden haben aber bereitwillig mit angefasst. Als diese dann das alte Laminat herausnahmen, kam ein feuchter Geruch zum Vorschein. Als ich dann fragte, wie das sein könnte, sagte der Geselle, das der Estrich wohl zu feucht war. Als ich darauf hinwies, dass die Feuchtigkeit angeblich gemessen worden war, verneinte dieses der Geselle. Er meinte, dass man davon ausgegangen war, das der Estrich trocken genug war. Da ich ja nun schon genug Ärger durchgemacht hatte, verkniff ich mir eine Bemerkung und schluckte meinen Zorn herunter. Das neue Laminat wurde verlegt. Die Fußleisten ? Na ja, der Silikonfuger grinste mich breit und kopfschüttelnd an, als er kam um die Fugen zu versiegeln. Wir räumten das Wohnzimmer wieder ein und harrten der Dinge, die jetzt noch kommen sollten. Wir baten den Tischlermeister jetzt einmal eine Abnahme zu machen und hofften auf eine Entschuldigung. Dieser ließ sich bei allen Anrufen unsererseits verleugnen. Nach ca. 1½  Monaten erreichten wir ihn dann und er kam bei uns vorbei. Für mich ein Bedauern und für meine Frau einen Blumenstrauß und eine Flasche Laminatpflegemittel in der Hand. Stolz präsentierten wir Ihm unseren neuen Fußboden und auch eine neue Beule, die sich schon wieder gebildet hatte. Er bat uns doch noch den nächsten Winter abzuwarten, Heizperiode. Die Heizperiode ist jetzt fast vorbei, und die Beule ist immer noch da. Wir haben ja noch über ein halbes Jahr Garantie. Uns graust schon vor der nächsten Aktion. Sollen wir uns jetzt damit zufrieden geben oder wieder alles rausreißen? Mal sehen. Übrigens, die Rechnung für das Besanden der Außenfugen haben wir bis heute noch nicht gesehen. Der soll sich mal wagen !!! Das Ende der Heizperiode rückt immer näher und jedes Mal, wenn ich auf der Uelzener Umgehungsstraße Richtung Lüneburg fahre, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl:

TischlermeisterFensterbauerMeisterUnternehmen !!!